2016

Weitere Streiks bei der Telekom

Weitere Streiks bei der Telekom

Am heutigen Donnerstag haben die Kolleginnen und Kollegen des Technischen Service und der Technik der Telekom in Kiel gestreikt. Vor der nächsten Verhandlungsrunde am 12./13. April wird Druck aufgebaut, damit die Arbeitgeberseite sich bewegtund ihr dürftiges Angebot nachbessert. Die Kolleginnen und Kollegen sind enstchlossen, am Ball zu bleiben.

Ver.di fordert für die Beschäftigten eine Entgelterhöhung um 5 % mit einer Laufzeit von 12 Monaten sowie die überproportionale Anhebung unterer Einkommen und die Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Beendigungskündigungen.

 

Gern veröffentlichen wir hier einen offenen Brief eines Mitarbeiters:

Sehr geehrter Herr Personalvorstand,

wenn ich mir zu Tarifrunden etwas wünschen dürfte, wäre es, dass die ersten zwei Verhandlungsrunden abgeschafft werden und man gleich zum Wesentlichen kommt.

Wer kennt sie nicht, die Arbeitgeberargumente zu den berechtigten Gewerkschaftsforderungen. Geht es einem Unternehmen gut und die Wirtschaft boomt heißt es, „im Moment muss alles verhindert werden, was den Aufschwung bremst“ oder „das das zarte Pflänzlein des Wachstums nicht durch utopische Forderungen zerstört werden darf“.  Aber meist geht es den Unternehmen gerade vor Tarifverhandlungen ja äußerst schlecht obwohl sie oft unmittelbar vorher die  Unternehmen bei den Shareholdern in den schönsten Farben dargestellt haben.

Zu Tarifrunden heißt es dann, (kleine Argumentationssammlung, vielleicht für die kommenden Jahre),  „dass  man sich in einem schwierigen Marktumfeld befindet“, „wir  den Industriestandort nicht weiter schwächen dürfen“, „dadurch alle Anstrengungen konterkariert werden, auch in Zukunft gesicherte Arbeitsplätze anzubieten“, „die Forderungen Gift für die Wettbewerbsfähigkeit sind“, „kein Verteilungsspielraum besteht,“ „die Forderung beschäftigungsschädlich ist und einfach nicht in die Zeit passt" oder wie Sie  jetzt schreiben, „die Tarifforderung unseren betrieblichen Umbauprozess gefährdet“, „jede Kostensteigerung durch Erhöhung der Gehälter in Anbetracht der derzeitigen wirtschaftlichen Situation und des noch nicht bewältigten Personalüberhangs vollkommen kontraproduktiv ist“ und „die Forderung der Gewerkschaft völlig überzogen ist“. Auf alle Fälle, so hab ich vor einigen Tagen von Ihnen gelesen,  „kommt diese Forderung zur Unzeit .“ Über einige Dinge bin ich sehr verwundert!

 

Mit freundlichen Grüßen

ein hoffnungsvoller Mitarbeiter, der sich folgende Lohnsteigerungsraten gut vorstellen kann:

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/150690/umfrage/deutsche-telekom-verguetung-des-vorstandes/

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