Jugend

Jugend braucht Zukunft oder #ErlebenWasVerschwindet

Jugend braucht Zukunft oder #ErlebenWasVerschwindet

Erste Zeichen gegen eine Absenkung der Auszubildendenquote bei der Deutschen Telekom

Vertreterinnen und Vertretern der ver.di Jugend haben am 26.02.2015 gemeinsam mit Betriebsräten und Mitgliedern des Konzernbetriebsrates das erste erfolgreiche Zeichen gegen eine Absenkung der Auszubildendenquote vor der Telekom Zentrale in Bonn gesetzt. Die im Vorfeld der Kapitalmarkttage 2015 stattfindende Aktion kam zustande, da der Arbeitgeber in der letzten Woche die Zahlen der Personal-Planung für die Jahre 2015-2018 und die Einstellungszahlen von Auszubildenden (inkl. Dual Studierende und EQ) in Gesprächen mit dem Betriebsrat Telekom Ausbildung publiziert hatte.

Diese Zahlen sind erschreckend, denn der Arbeitgeber will die Einstellungszahlen bei der Telekom drastisch verringern. Die bisherigen 2,9% (vom inländischen Konzernpersonal) sollen auf 1,8% heruntergewirtschaftet werden. Das bedeutet in Zahlen: 2015 werden bundesweit 2.891 Azubis/DS/EQ eingestellt, 2018 dagegen sind es nur noch 1.662 bundesweit. Diese Halbierung der Ausbildungsquote ist für unseren Landesfachbereich noch dramatischer, da die Ausbildungszentren in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hierdurch von einer Schließung bedroht sind.

Der Kommentar von Florian Moser, dem Vorsitzenden des Bundesjugendfachkreise der ver.di Jugend, wären der Bundesfachbereichsjugendkonferenz letzet Woche, könnte kaum treffender sein: „Diese Zahlen vom Arbeitgeber sind eine Kriegserklärung“. Weiter machte er deutlich dass, diese Zahlen von der ver.di Jugend nicht akzeptieren würden. Insbesondere da die Bundesregierung im Dezember 2014 eine „Allianz für Aus-und Weiterbildung“ zusammen mit Vertretern aus der Wirtschaft und den Gewerkschaften sowie der Länder unterzeichnet um die „Bedeutung und Attraktivität der beruflichen Bildung“ deutlich aufzuwerten, sowie die Bereitstellung von 20.000 neuen Ausbildungsplätzen in Deutschland versprach. Unglaubwürdig werden diese Aussagen, wenn man berücksichtigt, dass der Staat noch gut 30% Anteile an der Deutschen Telekom AG besitzt. Es wird also auf der einen Seite eine „Allianz“ beschlossen, auf der anderen Seite wird genau in die andere Richtung gefahren.

Die Zahlen sorgten natürlich bundesweit für Erschütterung, sowohl bei den Auszubildenden, als auch bei den Ausbilderinnen und Ausbildern. Aus diesem Grund bereitet die ver.di Jugend zu diesem Thema weitere Aktionen vor. Die Aktion vor der Telekom Zentrale an der Friedrich-Ebert-Alle in Bonn war nur der Auftakt und bewusst gewählt, um bei den stattfindenden Kapitalmarkttage ein weiteres Gesprächsthema zu platzieren. Die Vertreterinnen und Vertreter bekamen Besuch und Unterstützung von Lothar Schröder, dem Leiter der ver.di Bundesfachbereichs 9 sowie stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der DT AG. Unerwarteter Besuch erschien dann wenige Minuten später in Gestalt des Vorstandsvorsitzende der DT AG Timotheus Höttges und des Vorstandsmitglied DT AG für Datenschutz, Recht und Compliance, Personalvorstand (kommissarisch bis zum 01.April 2015) Thomas Kremer. Beide nahmen sich Zeit in einem fünfzehnminütiger Dialog mit dem Vorsitzenden des BFBJFK Florian Moser und seiner Stellvertreterin Lisa Weichselgartner Positionen auszutauschen. Auch Vertreter der Presse, z.B. vom Handelsblatt stellten Fragen an Herrn Höttges bezüglich der Azubiquote. Es wurde immer wieder von Herrn Heutiges deutlich gemacht, dass der Telekom und ihm persönlich die Ausbildung sehr am Herzen liege.

Unsere Vertreter vor Ort Seymen Splinter und Gabriel Böning fragten sich natürlich, wie eine Halbierung der Ausbildungsplätze mit einer solchen Aussage zu vereinbaren ist. Das Fazit von Seymen und Gabriel: „Der heutige Tag war für eine Auftaktveranstaltung sehr erfolgreich. Wir haben gemeinsam eine hohe Aufmerksamkeit bis in den Vorstand und den Medien erreicht. Eins bleibt jedoch stehen, dies war, solange die Zahlen so schlecht bleiben, nur ein aller erster kleiner Anfang unserer ver.di Jugend Aktionen sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene. Alles was bundesweit an Aktionen passiert, soll in den Sozialen Medien geteilt werden. So erreichen wir noch mehr Publikum und haben eine größere Reichweite. Unter dem Hashtag #ErlebenWasVerschwindet werden alle Aktionen veröffentlicht.

Seymen Splinter

Mitglied BFBJFK aus dem Landesbezirk Nord/Hamburg

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